Geschichte und Gebäude 2016-11-16T16:33:56+00:00

Die Geschichte der Kirche in Sinnersdorf

Die erste Nachricht über den Bau einer Kirche in Sinnersdorf stand in einer Eingabe des Pinkafelder Marktrichters Georg Färber vom 1. 3. 1756 an den Stuhlrichter:
Die Sinnersdorfer hätten auf dem zu Pinkafeld gehörigen Anger einen Glockenstuhl errichtet und eine „würckliche Klokhen“ aufgezogen. Nun trugen sie Steine, Ziegel und Kalk zur Errichtung einer Kapelle zusammen. Im gleichen Jahr wurde die Kapelle noch fertiggestellt, wie die kanonische Visitation des Jahres 1757 meldete. Der Ort gehörte dem Grazer (Jesuiten) Kolleg, den es mit dem Erwerb von Thalberg bekommen hatte.

Das Gotteshaus wurde dem hl. Patrizius und dem hl. Donatus geweiht. Das Bauwerk war gewölbt, der einzige Altar war mit einem Bild des hl. Patrizius geschmückt. Das Dach war mit Schindeln gedeckt und im Holzturm befand sich eine Glocke.

Aus dem Jahr 1779 wird von einem Altar berichtet, der angefärbelt und teils auch vergoldet war. Es gab bereits zwei Glocken (120 und 80 Pfund schwer). Statuen der hl. Anna und des hl. Donatus und Bilder der seligsten Jungfrau und des hl. Johannes v. Nepomuk bereicherten die Einrichtung.

Bei der Kanonischen Visitation von 1832 berichtet Pfarrer Weinhofer, dass die Kirche 11 Schritte lang (bis zum Beginn der Apsis) und 6 Schritte breit war. Der hölzerne Altaraufsatz zeigte in der Mitte den hl. Patrizius in Öl auf Leinwand und seitlich die Holzstatuen des hl. Donatus und des hl. Florian. Der Altar wurde 1813 von der Firma „Gudt v. Pinkafelt“ verfertigt und von der Firma Koch aus Hartberg bemalt. Der Tabernakel wurde als übergroß bezeichnet, die Statuen und das Altarkreuz wurden übergipst und teilweise vergoldet. In seitlichen Mauernischen standen Holzstatuen: die Geißelung Christi und die hl. Anna.

Die Statue der hl. Anna hat bei der Renovierung 1978 in einer Mauernische außen über dem Kircheneingang – nach vielen Jahren auf dem Dachboden – wieder einen Platz gefunden.

Die Sakristei hatte zwei Fenster, war ärmlich eingerichtet, auf dem Kasten stand eine kleine Statue des hl. Johannes v. Nepomuk.

1955 wurde die Kirche um die Länge der Sakristei vergrößert, das niedrige Gewölbe eingerissen und die Kirche mit einer Bretterdecke versehen. Die Sakristei wurde links an die Kirche angebaut. Im Zuge der erneuerten Liturgie kam ein Tischaltar in die Kirche. Infolge der Vergrößerung der Kirche wurden drei neue große Seitenfenster eingesetzt: in der Mitte der hl. Patrizius, links der hl. Florian und rechts der hl. Donatus. Unter dem Lokalseelsorger Martin Kleinl wurden die ursprünglichen Fenster erneuert und mit Bildern der hl. Theresia v. Lisieux, dem hl. Karl Borromäus, dem hl. Antonius und der hl. Barbara versehen.

1977 wurde der Kirchturm erneuert, die Außenfassade renoviert, eine Bankheizung installiert und eine Wandverkleidung aus Holz im Bereich der Bankreihen angebracht, der Kirchenplatz gestaltet.

1978 wurde die Kirche innen renoviert, der Altarraum mit neuem Altar und Ambo versehen. Zwei neue Glocken wurden geweiht und aufgezogen.

1984 wurde ein Mehrzweckraum mit Aufbahrungsmöglichkeit zugebaut und am 5.10.1985 durch Bischof DDr. Stefan Laszlo feierlich eingeweiht.

1986 wurde das Geläute durch eine 3. Glocke ergänzt.

1995 wurde eine neue elektronische Kirchenorgel angeschafft.

1997 wurde die Kirche „trockengelegt“, sowie innen und außen im unteren Bereich neu verputzt und gefärbelt, die Einrichtung restauriert und vom Holzwurm befreit, ein Steinboden verlegt. Die Segnung erfolgte am 23. November 1997 durch Prälat Dr. Johannes Kohl.